#1 Geburt im Krankenhaus von Papa2008 05.02.2009 21:06

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Geburt im Krankenhaus

In Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten die Geburt im Krankenhaus sozusagen als "Normalfall" etabliert. Im Krankenhaus stehen die technischen Möglichkeiten der modernen Geburtsmedizin zur Verfügung, von der kontinuierlichen Herztonüberwachung über die Gabe von schmerzlindernden oder geburtsfördernden Medikamenten bis hin zur operativen Geburt mit anschließender intensivmedizinischer Versorgung von Mutter und Kind. Zugleich haben sich die Kliniken für die Bedürfnisse und Wünsche der Frauen geöffnet: dies zeigt sich z.B. in der Ausstattung des Kreißsaals oder in der Initiative "Stillfreundliches Krankenhaus".

Eine normale Geburt kann und darf eine Hebamme eigenverantwortlich leiten. Trotzdem wird sie aber zur Geburt den Arzt hinzuziehen. Sollten sich schon vorher Komplikationen einstellen oder die Gabe von Medikamente notwendig werden, ruft sie auch dann sofort den Arzt hinzu. Auch in diesen Fällen, oder wenn die Geburt operativ beendet werden muss, bleibt sie an der Seite der Gebärenden und assistiert dem Arzt bei medizinischen Eingriffen. Die durchschnittliche Verweildauer auf der Wochenstation liegt bei 2-3 Tagen nach normalen Geburten.

Allerdings ist nicht jedes Krankenhaus mit denselben technischen und personellen Möglichkeiten ausgestattet. Nicht jedes Krankenhaus verfügt über eine Kinderklinik oder bietet die Periduralanästhesie unter der Geburt an. Auch muss in der Klinik mit Personalwechsel wegen des Schichtdienstes gerechnet werden. Daher sollten Sie sich jeweils vor Ort im Krankenhaus Ihrer Wahl genau erkundigen:

* Wieviele Hebammen sind pro Schicht im Dienst? Wieviele Geburten pro Jahr finden statt?
* Wie ist das Management bei übergroßem Ansturm? Gibt es zusätzliche Bereitschaftsdienste?
* Welche Routinemaßnahmen werden als unumgänglich angesehen (z.B. Einlauf, Rasur, Legen eines venösen Zugangs)? Wie hoch ist die Dammschnittrate?
* Haben Frauen unter der Geburt normalerweise Bewegungsfreiheit, und können Sie auch zur Geburt die Position selbst wählen?

Beleghebammen

Beleghebammen sind freiberufliche Hebammen, die mit dem jeweiligen Krankenhaus einen Vertrag abgeschlossen haben. Das bedeutet, dass sie die Einrichtung und die ärztlichen und pflegerischen Leistungen nutzen können, um mit "ihren" Frauen zur Geburt in die Klinik zu kommen. Diese Variante hat den Vorteil, dass sich Frau und Hebamme bereits in der Schwangerschaft kennenlernen. Die Betreuung vor, bei und nach der Geburt bleibt in einer Hand. Je nach Auslastung der Hebamme kann die Intensität der Betreuung vor und nach der Geburt variieren. Sprechen Sie ihre Hebamme darauf an. Namen und Adressen von Beleghebammen finden sich in der Hebammenliste oder können in den Kliniken erfragt werden. Die Anmeldung in der Frühschwangerschaft ist empfehlenswert.

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